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Satz mit X- das war wohl nix.

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Das beschreibt ziemlich gut, wie mein Sauerteigbrot-Versuch sein erstes Ende fand. Nachdem mein Sauerteig ja so übereifrig war, habe ich ihn in eine größere Schüssel umziehen lassen, um dort dem Brot entgegen zu wachsen.
Irgendwas ist da aber schief gelaufen, denn von dem schaumig-blasigen Teig von Sonntag abend war nur noch eine sämige Suppe übrig.
Da habe ich mir nichts bei gedacht und habe den Sauerteig auf die für das Rezept benötigte Menge (+Reserve für das nächste Brot) aufgefüttert. Wie auch schon beim Ur-Ansatz mit einem Teil Roggenmehl und einem Teil Wasser. Aber auch dieser Vorteig war eher träge. Keine Blasen, keine Fluffigkeit, nur eine gelangweilte Mehlsuppe.

 

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Ich habe es dennoch gewagt und diese Suppe nach dem Rezept verarbeitet. Meiner Küchenmaschine wollte ich die 1,5kg Teig nicht zumuten, obwohl die das glaub ich sogar schaffen würde. Also alles mit einem dicken Holzlöffel verrührt und dann mit den Händen weiter gemacht. Ganz schlechte Idee.
Das Rezept beschrieb den Teig als „leicht klebrig“, also habe ich Mehl hinzugefügt, bis der Teig nur noch „leicht klebrig“ war. Das waren nochmal fast 200g Mehl. danach fühlte sich der Teig fest an, er klebte noch etwas und ich konnte meine Hände entfernen ohne 50% des Teiges mitzunehmen. Nach einer halben Stunde Ruhe habe ich den Klumpen noch einmal durchgeknetet und ihn dann ins Gärkörbchen verfrachtet, damit er sich ein wenig von der Kneterei erholen und sich ( laut Rezept) „deutlich vergrößern“ konnte.

Die Kneterei ging ganz schön auf die Armmuskeln und meine Küche sah danach aus wie ein Schlachtfeld. Hier seht ihr die Überreste meines Kampfes 😉imageNach drei Stunden Ruhezeit war ich dann schon ganz gespannt, in welche Höhen mein Brot gewachsen war…. tja, der fertige Teig war ähnlich ambitioniert wie der Sauerteig vorher und hat sich wohl gedacht: „Ach, so ein gemütliches Körbchen! Und dann werde ich auch noch zugedeckt! Hier bleib ich, hier geh ich nicht (weg)“. Also habe ich ihn, auch wenn er vergeblich versuchte, sich an der Frischhalte, mit der das Gärkörbchen ausgekleidet war, festzuhalten, einfach auf das Backblech klatschen lassen. Gegen die Einschnitte hat er sich kräftig gewehrt indem er in Nullkommanix seine Selbstheilungskräfte aktiviert und die Schnitte wieder versiegelt hat.

Der Hitze im Ofen hat er dann auch stur getrotzt und sich keinen Milimeter bewegt, sodass ich den Teigklumpen in einer etwas härteren, dunkleren Form wieder entnehmen konnte. Es roch aber zumindest wie Brot, sah (entfernt) nach Brot aus und schmeckte genau so, wie Brot schmecken soll. Es ist halt nur seeeeeeeeehr kompakt:

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Also werde ich zukünftig dieses Rezept weiter nutzen aber darauf achten, dass der Sauerteig mindestens so motiviert ist wie ich. Das Gläschen Sauerteig, dass ich vor dem Backen beiseitegestellt hatte, zeigt heute morgen zumindest schon ein bisschen guten Willen, eventuell kann ich dann die Tage nochmal einen Versuch starten. imageUnd sollte der Sauerteig schief gegangen sein, habe ich heute auch einfach nochmal einen neuen Ansatz gestartet, den ich dann nutzen werde, wenn er ganz ambitioniert aufblubbert 🙂

 

Für die Zukunft:
Das ist falsch gelaufen:
1. Ansatz zu lange stehen gelassen
2. Sauerteig war zu Beginn des Teiges nicht aktiv
3. Sauerteig hatte die falsche Konsistenz (zu fest/flüssig)
4. Es war die falsche Menge Sauerteig (habe ihn nicht nochmal abgewogen)
5. Die Definition von „leicht klebrig“ ist evtl. zu subjektiv

Für das nächste Brot werde ich versuchen, die Punkte 1,2 und 4 zu umgehen, evtl. ist 5 dann kein so großes Problem und das Brot wird fluffiger.
Wegwerfen werde ich meinen ersten Versuch nicht, 2 Scheiben zum Frühstück sättigen wirklich langfristig und meine Kollegin findet die Konsistenz grandios. Also werden wir die nächsten Tage weiter an dem Kompakt-Brot essen und sind gespannt auf die nächsten Ergebnisse!

Falls jemand noch einen anderen offensichtlichen Fehler entdeckt, der mir als Brotbackneuling entgangen ist, bin ich für Anregungen immer dankbar 🙂

 

 

 

 

 

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