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Wie der ein oder andere schon weiß,bin ich seit kurzem in einem Flüchtlingsheim hier in der Nähe aktiv. Meine ursprüngliche Idee, mit den Leuten dort zu backen, kochen, basteln, etc. reduziert sich momentan auf’s Backen. Vanillekipferl, Mandel- und Kokosmakronen, Schokomuffins, Streuselkuchen, Schokokuchen und Obstcrumble haben wir schon erfolgreich zustande gebracht, nächste Woche „backen“ wir dann Reibekuchen. Wie es scheint denken die Damen, ich sei Bäckerin von Beruf, denn beim letzten Mal wurde ich von einer Mutter gefragt, ob wir nicht mal Brot backen könnten, ihres käme immer so trocken aus dem Ofen. Brot. Ja…. äh… also…..  Ich habe ihr zumindest versprochen, mal zu schauen, ob ich ein gutes Rezept finde, denn meine bisherigen Brotversuche waren eher – nunja.
Also abends ruckizucki mal bei Chefkoch nach guten Brotrezepten gesucht und auch einige gefunden, jedoch alle mit Sauerteig. Soll ja auch besser sein als ein Brot mit Hefe. Und besser schmecken. Und ich wollte das mit dem Sauerteig ja eh immer schonmal probieren (Wo ist eigentlich der Trockensauerteig, den ich mal gekauft hatte?).
Also auf die Plätze fertig….. ach neee…. wie geht das eigentlich mit dem Sauerteig? Vom Bäcker kann man den scheinbar  kaufen und auch im Supermarkt gibt’s  kleine Tütchen mit einer Portion, die für ein Brot ausreicht. Aber kann man das nicht selber machen? Deshalb wieder Tante Google befragt und irgendwie bin ich auf YouTube gelandet, wo ich ein recht simpel klingendes Rezept für einen Sauerteig-Starter fand. Man braucht bloß Roggenmehl, Wasser und Zeit. Man rührt Mehl und Wasser zusammen und stellt das ganze bei Zimmertemperatur für einen Tag beiseite. Dann wird wieder Mehl und Wasser druntergerührt, wieder abdecken, wieder einen Tag warten. Wieder …. ihr könnt es euch denken. Dreimal macht man das Ganze, dann ist der Sauerteig fertig zum Brotbacken. Das kann aber noch nicht sofort passieren sondern erst einmal muss man denn Sauerteig  mit noch mehr Mehl und noch mehr Wasser auf die gewünschte  Menge „aufgefüttert“ werden, also nochmal 24h warten.
Klingt machbar, oder? Also habe ich vor zwei Tagen meinen ersten Ansatz angerührt – weil die Dame im Video aber meinte, ihre Schüssel sei ungeeignet da zu groß – nahm ich eine kleinere Brotdose. Klappte auch super. Heute morgen habe ich unter das Handtuch geguckt und man sah schon die ersten Bläschen – wie im Video angekündigt. Als ich aber heute abend den Teig füttern wollte, hatten sich wohl ein paar Bläschen mehr gebildet…. die Dose stand kurz vorm Überlaufen, lediglich der drübergestülpte Gefrierbeutel hatte das Malheur verhindert.

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Also ab damit in eine größere Schüssel – ich musste wieder feststellen, dass ich eindeutig zu wenig Rührschüsseln habe, aber dazu später. Also umgefüllt, Nase dran gehalten und direkt wieder weggezuckt. Ich hoffe mal, dass dieser üble Geruch „sauer“ ist. Also es riecht nicht vergammelt übel sondern hefig-übel. Jetzt quillt der Ansatz also fleißig weiter und ich kann heute abend den Teig für dieses Brot auffüttern. Ob ich es morgen schon backen kann weiß ich nicht, da ich noch einen Termin habe, aber wenn ich es vor dem Termin ansetze, während des Termins in meinem (gerade in der Packstation eingetroffenen) Gärkörbchen gehen lasse und danach backe habe ich vielleicht schon Mittwoch ein frisches Brot. Ich hoffe nur, dass sich der Aufwand lohnt.

Eigentlich wollte ich euch hier auch noch von meinen anderen Backexperimenten erzählen, aber ich glaube, daraus mache ich einen zweiten Beitrag 🙂

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