Vor einigen Wochen habe ich mich dazu überwunden, diesen Bestseller mal zu lesen. Einfach nur um zu wissen, was es mit dem Hype so auf sich hat. Da kam es mir gerade recht, dass ich das Buch bei einer Freundin im Bücherregal stehen sah.

Nach einigen Seiten wurde klar:

–          Die Autorin kann gar nicht älter als 15 sein.

–           Sie verfügt über eine Menge gefährlichen Halbwissens.

–          Im Verlauf der Entstehung des Buches hat sie sich offensichtlich mit gebildeteren Menschen unterhalten – oder „Wer wird Millionär?“ geguckt – und konnte so das ein oder andere grandiose Fremdwort aufgreifen, dass sie daraufhin auch in unerträglichem Ausmaß in das nächste Kapitel einbaute.

Ganz zu schweigen vom Product Placement. Paket? Kommt vom lächelnden Versandhaus. Autos? Kommen immer aus Ingolstadt. Smartphone? Natürlich aus dem Obstkorb. Muss das sein? Kann man ein Auto nicht einfach mit „Auto“, „Limousine“, „Sportwagen“ oder sowas betiteln? Kann man bei unerwartet eintreffenden Paketen nicht einfach sagen „Seltsam, ich erwarte doch gar kein Paket“?

Viele Leserinnen scheinen jedoch von dem Buch begeistert zu sein – ja, sie sehnen sich sogar danach, dass ihr Leben ein wenig mehr sei wie es dort beschrieben ist. Was mich wundert. Denn die weibliche Hauptfigur, die je nach Situation entweder von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, dann aber im nächsten Moment, ohne erkenntlichen Input plötzlich mit „Fachbegriffen“ um sich schmeißen kann, erscheint die meiste Zeit nur als dümmliches Püppchen, das ein Frauenbild darstellt, dass sich wohl keine halbwegs normale Mutter für ihre Tochter wünschen würde. Meine Meinung. Ich hatte konstant den Wunsch, die Dame mal ein wenig wachzurütteln. Welcher Mensch mit einer Prise Verstand verhält sich denn bitte so? Naja, aber dann soll sie halt so seicht sein.

Und die männliche Hauptfigur? Der Traum der schlaflosen Nächte der begeisterten Leserin? Gut, dass man mal für die Hauptfigur eines guten Buches schwärmt, kann wohl jeder bezeugen. Aber das passiert, indem sich diese Figur durch besondere Taten, Aussagen, Beschreibungen und Wesenszüge hervorgetan hat. Aber hier? Hier habe ich ein weißes Leinenhemd, eine Jeans….. und sehr viel materiellen Krempel. Sprüche, die aus anderen Filmen/Büchern (Pretty Woman, Twilight) abgekupfert wurden, ein Wortschatz wie der eines pubertierenden Teenagers und eine leicht gespaltene Persönlichkeit. Schlimm. So eine unsympathische und leere Hauptfigur ist mir schon lange nicht mehr begegnet.

Und das verruchte? Das, was die Bücher so besonders macht? Ich lache mich schlapp. Ich musste mich bis Seite 300 durchkämpfen um wenigstens erste Anflüge dieser „unanständigen Dinge“ zu lesen. Und dann war’s innerhalb von einer? zwei? Seiten wieder vorbei und es wurde sich wieder auf die wichtige Dinge konzentriert. Zum Beispiel auf die Sauce, die es zum Filet gab  – nach den Jakobsmuscheln.

Fazit: Wer keine hohen Ansprüche an den Schreibstil eines Buches stellt, sich nicht an falsch verwendeten Begriffen und konstant wiederholten Markennamen stört, so viel Phantasie mitbringt, dass selbst die männliche Hauptfigur mit Seele gefüllt wird und bisher noch keinerlei Erfahrung mit Büchern hat, in denen es auch mal zu intimeren Begegnungen kommt, der könnte das Buch…. nunja…möglicherweise mögen.

Allen anderen lege ich an dieser Stelle folgendes grandiose Werk ans Herz:

„Shades of Hä?“ von Ralf „Linus“ Höke

 Grandios. Man muss das “Original” nicht gelesen haben, um mit diesem Buch die ein oder andere heitere Stunde zu verbringen. Ich habe das Buch einen Abend lang ein paar Freunden vorgelesen und wir haben uns vor Lachen nicht mehr einbekommen.

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