Schon vor einiger Zeit bin ich bei ravelry (ihr merkt, von dort kommt ein Großteil meiner Inspiration) über einen gestrickten Elefanten gestolpert, der ohne großen Firlefanz einfach nur ein Elefant war. Lag vielleicht auch daran, dass das Muster aus einer Zeitschrift von 1959 stammt und man zu der Zeit noch mit schlichten Kuscheltieren zufrieden war 🙂 Nunja, Gottseidank hat irgendwer diese Zeitschrift digitalisiert und somit das Muster der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Warum Lilafant? Nachdem ich mich entschlossen hatte, dem Muster eine Chance zu geben, habe ich meine Wollvorräte durchwühlt auf der Suche nach einer passenden Wolle. Da elefantengrau jedoch keine Farbe ist, die ich auf Lager habe, fiel mir beim Wühlen irgendwann „For All“ von Melanie Wolle –  Wolle/Polyestergemisch –  in die Finger, aus dem ich mal was Häkeln wollte, die aber zum Häkeln komplett ungeeignet war. Die Wolle gab’s letztes Jahr mal für ’nen Appel und ’n Ei beim Karstadt – damals, als es auch Sockenwolle für 1,50€ gab *träum* – und ich habe zwei Knäuel in einem kräftigen Lila-Ton mitgenommen. Eigentlich auch noch eines in Flieder, aber das ist verschollen… Nunja, auf Grund dieser Wolle hieß das Projekt zumindest Lilafant. Gestrickt habe ich mit einem 2er Nadelspiel, auch wenn die Wolle laut Banderole eigentlich mit 4-5er Nadeln verstrickt werden sollte. Da jedoch am Ende keine Füllung aus dem kleinen Kerl rausquellen sollte, habe ich die Nadelstärke drastisch reduziert und so ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis erzielt.

Der Elefant wird in mehreren Teilen kraus rechts gestrickt – elf um genau zu sein, die im Bild zu sehen sind. Von links nach rechts: Die beiden äußeren Seitenteile, die inneren Beine und der Bauch, die Ohren, die Fußsohlen und zu guter letzt der Schwanz. Eine Friemelei hoch zehn, wie man auch an den fünf Millionen Fäden sieht. Und stricktechnisch auch verdammt eintönig, weil man viermal hintereinander das Gleiche strickt. Vorderbein hochstricken, stilllegen, Hinterbein hochstricken, Maschen anschlagen, Vorderbein anstricken und dann hin und her…. Das war kurz vor „ich-schmeiß-es-einfach-in-die-Ecke“. Aber ich habe die Zähne zusammengebissen und hatte tatsächlich innerhalb von vier Tagen das unvorstellbare geschafft, sodass unsere Wohnung jetzt von einem kleinen Lilafanten mitbewohnt wird.

Hier ist er: Noch ein wenig schüchtern, aber das gibt sich noch:

 

 

 

 

 

 

Soviel für heute, es folgen auf jeden Fall noch weitere Beiträge in den nächsten Tagen, weil ich nämlich noch zwei fertige Projekte zu präsentieren habe und auf meinen Nadeln auch noch zwei Kleinigkeiten schlummern. Jetzt fällt mir aber gerade ein, dass im Ofen noch eine Portion Hefeteig spazieren geht, die ich dann jetzt doch noch in einen leckeren Streuselkuchen verarbeiten sollte – auch wenn es schon viertel nach elf ist.

LG und bis die Tage!

 

 

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